Die Draht-Lichtbogen-Additive Fertigung (WAAM) stellt einen grundlegenden Wandel in der Konstruktion und Fertigung schwerer Metallbauteile dar, da sie die Einschränkungen und den Materialabfall der herkömmlichen subtraktiven Bearbeitung und des Gießverfahrens umgeht. Dieses Whitepaper untersucht den entscheidenden Übergang von teuren Metallpulvern zu handelsüblichem Schweißdraht und hebt die daraus resultierenden wirtschaftlichen, betrieblichen und metallurgischen Vorteile hervor. Anhand detaillierter Informationen zur Drahtbeschaffung, zum legierungsspezifischen thermischen Verhalten, zu strengen Qualitätssicherungssystemen und zur Einhaltung der DNV-AMC-3-Normen zeigt das Dokument, wie WAAM durchweg fehlerfreie, tragende Bauteile für extreme industrielle Umgebungen liefert.
Wichtigste Ergebnisse:
- Wirtschaftlichkeit der Ausgangsmaterialien: Die Verwendung von festem Schweißdraht sorgt für eine deutlich höhere Kapitaleffizienz und wesentlich höhere Abschmelzraten als pulverbasierte Systeme, wodurch große Vakuumkammern und eine spezielle Infrastruktur zur Pulverrückgewinnung überflüssig werden.
- Legierungsspezifische Wärmeregulierung: Um optimale mechanische Eigenschaften zu erzielen, müssen bestimmte Legierungen mit präzisen Abscheidungsverfahren kombiniert werden, beispielsweise durch den Einsatz des Cold-Metal-Transfer-Verfahrens (CMT), um das 50/50-Phasengleichgewicht bei Duplex-Edelstählen zu erhalten, oder durch die strikte Minimierung der Wärmezufuhr bei Nickel-Superlegierungen, um Erstarrungsrisse zu verhindern.
- Qualitätssicherungsrahmen: Die strukturelle Integrität wird durch einen zweigleisigen Ansatz gewährleistet, der die digitale Überprüfung der Werkzeugwege – unter Einhaltung eines strengen Toleranzbereichs von 15 % bis 50 % für die Überlappung der Schweißnähte – mit umfassenden physikalischen Offline-Prüfungen und einer kontinuierlichen, multisensorischen digitalen Inline-Überwachung kombiniert.
- Zertifizierung gemäß den geltenden Vorschriften: WAAM-Komponenten können gemäß dem Rahmenwerk DNV-ST-B203 die Zertifizierung „Additive Manufacturing Class 3“ (AMC 3) erhalten, wodurch bestätigt wird, dass sie die strengen Anforderungen hinsichtlich chemischer Zusammensetzung, zerstörungsfreier Prüfung (NDT) und Rückverfolgbarkeit erfüllen, die für kritische Anwendungen in der Schifffahrt und im Energiesektor erforderlich sind.
- Einsatz in der Industrie: Die Technologie ersetzt in der Praxis zunehmend schwere Guss- und Schmiedeteile und ermöglicht den kontinuierlichen Druck eines massiven 750 kg schweren Ventilkörpers aus Kohlenstoffstahl in nur 180 Stunden sowie das bedarfsgerechte Reverse Engineering eines 97 kg schweren Ersatzteils für eine Dampfturbine innerhalb von fünf Tagen.